Zapfenstreich - Kurzbeschreibung

Bertl Jordan            Für den Zapfenstreich in Leisach am 14.08.2009

Zapfenstreich- die meisten von euch haben dieses Wort schon einmal gehört und jeder, der beim Bundesheer war, machte sicherlich schon Bekanntschaft damit.

Was ist der Zapfenstreich, woher stammt er und was hat es mit dem Zapfenstreich auf sich?

Der Name "Zapfenstreich" stammt aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges in der ersten Hälfte des 17.Jahrhunderts. In den damaligen Feldlagern ging es manchmal ziemlich laut und lustig zu. Damit zu gegebener Zeit im Lager am Abend die Ruhe einkehrte, wurde vom Lagerkommandanten ein "Rumormeister" eingeteilt. Dieser hatte den Auftrag, zu genau festgesetzter Stunde für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Als Zeichen seiner Würde trug dieser Mann einen Stock, mit dem er an den Zapfen des Weinfasses schlug. Ab diesem Zeitpunkt war der Ausschank verboten. Diese Amtshandlung wurde "Zapfenschlag" oder "Zapfenstreich" genannt. Ab diesem Zeitpunkt war das Zechen und Würfelspielen einzustellen und der weitere Ausschank verboten. Die Soldaten hatten ihr Gewehr zu präsentieren sowie ein stilles Gebet zu verrichten. Anschließend wurde unter Begleitung von Musikanten, Trommlern und Pfeifern gemeinsam in die Heerlager zurückmarschiert.

Jede Waffengattung hatte ihr eigenes Zapfenstreichsignal.

Nun zum Großen österreichischen Zapfenstreich, den wir heute von den Musikkapellen Bannberg und Leisach unter Mitwirkung der Schützenkompanie Leisach hören werden:

Dieses zeremonielle Musikstück beinhaltet traditionelle Melodien und historische österreichische Militärsignale welche von den derzeit amtierenden Militärkapellmeistern zu einem großen, geschlossenen Tongemälde zusammengefasst wurden. Es wird zu feierlichen zivilen oder militärischen Anlässen wie z.B. großen Jubiläen aufgeführt.
 
Der Große österr. Zapfenstreich gliedert sich in 3 Teile:

Teil eins beginnt mit einem Trommelvorspiel und beinhaltet einen historischen Marsch aus dem 17. Jhdt., der zuerst in historischer Instrumentation von den Holzbläsern und dann in zeitgemäßer Instrumentation vom ganzen Orchester ausgeführt wird. Dazwischen folgen immer wieder Trommelstreiche und Trompetensignale. Die Trompetensignale werden aus der Ferne geblasen.„HABT ACHT, VERGATTERUNG, STURM, BESCHLEUNIGUNG und ATTACKE“ bedeuten die 5 geblasenen Signale. Dieser Teil wird abgeschlossen von den beiden Traditionsmärschen „Kaiserjägermarsch“ und „Oh du mein Österreich“.

Der zweite Teil bringt religiöse Melodien: Das niederländische Dankgebet und vor allem das Signal "Zum Gebet", welches vom Solotrompeter aus der Ferne geblasen wird, und das zu den schönsten dieser Art zählt. Nach dem Stück  „Gebet vor der Schlacht“ ist eine Salve der Schützenkompanie eingebaut.

Der dritte Teil beginnt mit dem Signal "Zapfenstreich" ebenfalls von einem Solotrompeter aus der Ferne geblasen. Eine kurze Überleitung lässt bereits das Thema der Bundeshymne erkennen, welche im Anschluss zusammen mit der Landeshymne als Höhepunkt erklingt.

Nach dem „Abblasen“ sowie dem „Abschlagen“ endet der "große österreichische Zapfenstreich".

Bitte spendet während der Aufführung des Zapfenstreiches keinen Applaus. Die Aufführenden freuen sich aber über Ihren Schlussapplaus.

Wie schon erwähnt, wird im Laufe des Zapfenstreiches eine Salve geschossen, aber auch die Böllerkanone wird abgefeuert.

Bitte macht eure kleineren Kinder darauf aufmerksam, um sie vor unnötigem Erschrecken zu bewahren.

In diesem wunderschönen, geschichtsträchtigen Umfeld der Lienzer Klause wünsche ich euch nun einen musikalischen Hochgenuss.

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